Mittwoch, 13. November 2013

TURM


DIE FRIESEN UND DAS IMPERIUM


DIE FRIESEN und das Imperium

Wie der Stamm der Bataver (im heutigen Nordholland) wurden auch die Friesen von dem römischen Feldherrn Drusus auf friedliche Weise mit dem Imperium Romanum vereinigt. Dies war für die Friesen von Vorteil, mußten sie doch anstelle von Steuern nur eine Anzahl von Rinderhäuten an das Heer abliefern. Doch wie die Bataver mußten auch sie zahlreiche Mannschaften für die römische Armee stellen, und so lernte mancher Friese nolens volens lateinische Grammatik.
15 n. Chr. ritt römische Kavalerie unter Pedo durch Friesland und vereinigte sich mit Caecinna (4 niederrheinische Legionen) und Germanicus (4 obergermanische Legionen) an der Emsmündung.-
Später waren die Friesen mit Germanicus verbündet, den sie beim Kanalbau sowie bei seinen unglücklichen Nordseefahrten unterstützten (vielleicht hat man ja etwas nachgeholfen!). Irgendwann wurde es den Friesen zuviel, und sie kündigten den Römern: Pacta sunt servanda! Den Friesen war das egal! Sie erschlugen römische Beamte und belagerten das Kastell Flevum (bei der heutigen Insel Vlieland neben Texel).
Das war dann doch ein wenig zuviel, und die Römer mobilisierten beide Rheinheere. Doch der Staathalter Lucius Apronius patzte. Als die römische Flotte anrückte, gingen die Friesen vorsichtshalber nach Hause, rieben aber-in alter Freundschaft-noch mehrere römische Kontingente auf. Besonders gründlich verfuhren sie dabei mit der römischen Vorhut.-
47 n. versuchten es die Römer erneut unter Corbulo, doch Rom blies das Unternehmen ab und pfiff den Feldherren zurück. Zu gefährlich, zu teuer, zu wenig lohnend!
Unter Nero besetzten und bebauten die Friesen römisches Schutzgebiet und wurden vom Kommandanten nach Rom verwiesen. 58 n. reisten daher zwei friesische Häuptlinge nach Rom und erregten durch ihr urwüchsiges Auftreten nicht wenig Aufsehen. Die beiden erhielten zwar das römische Bürgerrecht (kostet ja nichts!), dennoch mußten die Friesen das Feld räumen.
68/9 n. schlossen sich die Friesen dem Aufstand des Civilis an. Die Römer wurden in Vetera (Xanten) belagert. Sicher werden auch hier die Friesen mit von der Partie gewesen sein. Dabei sein ist alles! Allzuviel Unterhaltung gab es ja schließlich nicht. Außerdem gab es in Vetera was zu holen (Beute, Waffen etc.).
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Arminius

TACITUS: VARUS TAUCHT AUS DEM SUMPF AUF


TACITUS: VARUS taucht aus dem Sumpf auf (eine grausige Begebenheit aus den Annalen des Tacitus)
Nox per diversa inquies (die Nacht war aus verschiedenen Gründen unruhig), cum barbari (als/weil die Barbaren) festis epulis (bei Festmahlen) laeto cantu (mit fröhlichem Gesang) aut truci sonore (oder wildem Lärm) subiecta vallium (die Niederungen; Talgründe) ac resultantis saltus (und die widerhallenden Waldgebirge; Waldeshöhen) complerent (erfüllten; anfüllten), apud Romanos (bei den Römern) invalidi ignes (schwache Wachfeuer), interruptae voces (unterbrochene Stimmen; Laute; Worte), atque ipsi (und sie selbst) passim adiacerent vallo (überall am Wall (des Lagers) lagen), oberrarent tentoriis (bei den Zelten umherirrten), insomnes magis (mehr schlaflos) quam pervigiles (als wachsam). Ducemque terruit ( und den Führer=Feldherr erschreckte) dira quies (ein schreckliches/grausiges Traumbild): nam Quintilium Varum (denn Quintilius Varus) sanguine oblitum (mit Blut überströmt) et paludibus emersum (und aus den Sümpfen aufgetaucht) cernere et audire visus est (schien; glaubte; wähnte er zu sehen und zu hören; bildete er sich ein...) velut vocantem (wie einen Rufenden), non tamen obsecutus (dennoch (diesem) nicht folgend; willfahrend; nachgebend; dennoch folgte er...) et manum intendentis (und die Hand des "Ausstreckenden"; die er ausstreckte) reppulisse (habe er  zurückgestoßen; schien er...; habe er offenbar...). Coepta luce (bei Tagesanbruch) missae in latera legiones (die auf die Flanken geschickten/an den Flanken aufgestellten Legionen), metu aut contumacia (aus Furcht oder Eigensinn; Trotz), locum deseruere (verließen den Ort), capto propere campo (nachdem sie eilig ein Feld besetzt hatten) umentia ultra ( jenseits der Sümpfe).---
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Die Germanen werden hier bei ihrer Lieblingsbeschäftigung gezeigt: beim Saufen und Grölen (ihr "fröhlicher Gesang"" war sicherlich keine musikalische Glanzleistung). Die Szene wirkt  unheimlich: der schaurige Gesang erfüllt die Täler und Waldeshöhen. Bei den Römern dagegen geht es weniger fröhlich zu: bange Stimmung und Verwirrung. Sie geben sozusagen keinen Pieps von sich! Von Partystimmung keine Rede!
Gesteigert wird dies alles noch durch den Alptraum des Feldherren, in dem ausgerechnet der tote Varus aus dem Sumpf auftaucht. Varus, Symbol der Niederlage, ein Trauma.
TACITUS wird heute an Schulen kaum noch gelesen. Wir haben Tacitus in der 11. Klassse (1976, Gymnasium Gernsheim am Rhein, Klassenlehrerin Fr. OSTRn. M. Metternich) übersetzt. An dieser Stelle meinen Dank an meine damalige Lateinlehrerin, der ich meinen Enthusiasmus für das Fach Latein und für alte Geschichte verdanke!
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Euer Arminius

AUS ALTEN LATEINBÜCHERN: CAESAR LANDET AN DER KÜSTE BRITANNIENS (2)


PORTA I, XXVII/63, Teil 2:
Tum navigiis aestu deportatis (Nachdem dann die Schiffe durch die Flut weggetragen worden waren,) prima luce (beim ersten Licht; bei Tagesanbruch) litora Britanniae (die Küsten Britanniens) sub dextra manu (zur rechten Hand) procul (von fern; in der Ferne) spectata sunt (wurden erblickt). Cuncti milites, (Alle Soldaten,) etiam qui adhuc (auch die bis jetzt) dormiverant (geschlafen hatten), subito (plötzlich) timore (von Furcht) impleti erant (waren erfüllt worden). Quorum querelas (Deren/ihre Klagen) audivi: (hörte ich:
"Quo modo ("Auf welche Weise) ad oram Britanniae aut Galliae saltem (zur Küste Britanniens oder Galliens wenigstens) perveniemus? (werden wir gelangen?) An semper (Oder immer) ventis aestuque (durch Winde und Flut) agitabimur?" (werden wir hin-und hergeworfen werden?") At imperator (Doch der Feldherr) intrepidus stabat (unerschrocken stand da) et commutationem aestus (und den Wechsel der Flut) expectabat (erwartete er). Nam navigia (Denn daß die Schiffe) sex fere horis post (fast sechs Stunden später) aestu (durch die Flut) ad litora Britanniae (zu den Küsten Britanniens) apportari debere (getragen werden mußten) sciebat (wußte er). Postremo (Schließlich) nos (daß wir) orae appropinquare (uns der Küste näherten) manifestum erat (war offensichtlich). Pervenimus (Wir gelangten) ad insulam (zur Insel) meridiano fere tempore." (ungefähr/fast zur Mittagszeit.")---
Ü: Firma Education and Drill lim.

AUS ALTEN LATEINBÜCHERN: CAESAR LANDET AN DER KÜSTE BRITANNIENS (1)


PORTA I, XXVII/63, Teil 1: die "gute alte Porta" war mein Lateinbuch am Gymnasium. Mit diesem "nett" und gefällig gemachten Buch habe ich Latein gelernt. Es begleitete mich durch die Jahre 1971 (Spätsommer)-ca. 1975 (Gymnasium Gernsheim/am Rhein). Ich halte es heute noch in Ehren!
Quintus (Quintus) Gnaeo et Tito fratribus (den/seinen Brüdern Gnaeus und Titus) de bello Britannico (vom britannischen Krieg) narrat (erzählt)
Proxima hieme (Im nächsten Winter) Quintus cum manu comitum (Quintus mit einer Schar Begleiter) e castris domum (aus dem Lager nach Hause) venit (kommt/kam) ibique (und dort) fratribus (den Brüdern) de duabus expeditionibus Britannicis (über die zwei britannischen Feldzüge) narrat (erzählt er):
"Eheu, pueri, ("Ach, Jungs,) eam navigationem (daß diese Seefahrt) periculosissimam fuisse (sehr gefährlich gewesen ist) nescitis (wißt ihr nicht). Primo Galliae portibus (Zuerst in den Häfen Galliens) dies circiter XXV (ungefähr 25 Tage) continebamur (wurden wir aufgehalten); nam 'Coro', vento adverso validoque , (denn durch den Corus, einen widrigen und starken Wind,) ab itinere (von/an der Reise) impediti sumus (sind wir gehindert worden). Deinde 'Africus', ventus secundus, (Darauf der Afrikus, ein günstiger Wind,) flabat, (blies) et ad solis occasum (gegen Sonnenuntergang= nach Westen) magna cum laetitia (mit großer Fröhlichkeit) per aequora (durch das Meer) navigavimus (segelten wir). De tertia fere vigilia (Ungefähr von der dritten Nachtwache an) cum Caesare (mit Caesar), qui ventum et undas (der den Wind und die Wellen) observabat (beobachtete), sermonem habuimus (hatten wir ein Gespräch) de inaudita eius expeditionis magnitudine (über die nie dagewesene (unerhörte) Größe dieses Feldzuges.)
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Firma Education and drill

Dienstag, 12. November 2013

AUS ALTEN LATEINBÜCHERN: DE TAMESI FLUMINE: I-DEKLINATION

Tamesis flumen (Der Fluß Themse) vobis notum est (ist euch bekannt). Usque ad Tamesim flumen (Bis zum Fluß Themse) Caesar (C.) imperium Romanum propagavit (erweiterte das römische Reich). Tamesi flumine (Durch den Fluß Themse) igitur (daher) ex Caesaris temporibus (seit den Zeiten Caesars) Britannia libera (das freie Britannien) a Britannia Romana separabatur (wurde vom römischen Britannien getrennt). Magna erat (Groß war) vis legionum (die Kraft/ Stärke der Legionen).
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So war das damals!
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(Porta I, XXX/ 70.)
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Valete

AUS ALTEN LATEINBÜCHERN: ÜBER CAESAR (PART. PRÄS.)

1.) Semper Caesar exercitui providebat.
Caesar sorgte immer für das/ sein Heer.
2.) Cuius providentia freti (Auf dessen Voraussicht/ Fürsorge vertrauend; weil sie...) milites (die Soldaten) nullum hostem timebant (fürchteten keinen Feind).
3.) Milites (Die Soldaten) Caesarem  (Caesar) saluti exercitus providentem (für das Wohlergehen des Heeres sorgend) amabant (liebten).
(...weil er für das Wohl des Heeres sorgte.)
4.) Caesar (C.) erga milites (gegenüber Soldaten) cum virtute pugnantes (mit Tapferkeit kämpfend; wenn sie...; die...) gratum et benevolum se praebebat (erwies sich dankbar und wohlwollend).
5.) Magni et multi erant honores (Groß und viel waren die Ehren; es gab große und viele Ehren) militum cum virtute pugnantium (der mit Tapferkeit kämpfenden Soldaten; für die Soldaten, die mit Tapferkeit kämpften), qui  (welche) pericula imminentia (die drohenden Gefahren) non timuerant (nicht gefürchtet hatten).
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So war das damals im Krieg!
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(Porta I, XXXI/ 32.)
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Valete!