Dienstag, 1. April 2014
EIN ALTER HÜGEL ERZÄHLT VOM GALLISCHEN KRIEG (NACH CAESAR: BELL. GALL. I, 23/ 24)
Ich bin schon sehr alt und habe viel gesehen. Heute sieht es hier sehr friedlich aus, doch das war nicht immer so. Vor über 2000 Jahren-für euch ist das schon eine Ewigkeit her, für mich ist es gerade einmal wie gestern-standen hier die römischen Legionen unter ihrem Oberbefehlshaber Caesar.
Was war geschehen?-Der keltische Stamm der Helvetier hatte sich mit Caesar angelegt, vielleicht war es aber auch andersherum.
Diese verspürten plötzlich das Verlangen, die Römer anzugreifen. Also änderten sie ihren urprünglichen Plan (commutato consilio), machten kehrt (itinere converso) und griffen die Römer von hinten an (nostros a novissimo agmine insequi ac lacessere coeperunt). Ganz schön unfair!
Caesar "checkte" die Lage (Postquam id animadvertit) und führte seine Truppen zum nächsten Hügel (copias suas Caesar in proximum collem subducit). Zunächst mußte die Reiterei ran (equitatumque...misit). Sie sollte nämlich den Ansturm der Feinde auffangen bzw. aufhalten (qui sustineret hostium impetum). Außerdem sollte sie die Helvetier beschäftigen, damit Caesar seine Infanterie in aller Ruhe aufstellen konnte. In der Zwischenzeit (interim) stellte er auf halber Höhe (in colle medio) die sog. dreifache Kampfordnung auf (triplicem aciem instruxit), bestehend aus vier Veteranenlegionen. Ganz oben (in summo iugo) ließ er zwei neuausgehobene Legionen (XI und XII) aus der "Gallia citerior" Aufstellung nehmen sowie die gallischen Auxiliarverbände. Anscheinend hatte Caesar größeres Vertrauen zu den altgedienten Soldaten (als zu den "greenhorns" oben auf dem Berg).
Dies hatte nun zur Folge, daß der ganze Hügel über ihm voll mit Männern war. Das bedeutet: Caesar stand also ziemlich weit vorne, anders als heutige Generäle. Dann ließ er das ganze Gepäck (sarcinas) an einen Ort zusammentragen. Dieser wurde von der oberen Reihe gesichert, nach dem Motto: Laßt mal die anderen kämpfen, die können das eh besser. Ihr bewacht hier den ganzen Plunder!
Unterdessen folgen die Helvetier mit all ihren Karren nach und bringen den Versorgungskonvoi an einen Ort. Dann formieren sie sich in dichter Ordnung (confertissima acie) und schlagen die römische Reiterei in die Flucht. Dies war weniger tragisch, als es sich zunächst anhört, und vielleicht sogar einkalkuliert, da die Reiterei vermutlich nur die Aufgabe hatte zu plänkeln. Nachdem also die Helvetier eine "Phalanx" gebildet hatten (phalange facta), rückten sie gegen die erste Reihe der Römer von unten her vor. "Viel Spaß", kann man da nur sagen. Von unten ist immer schlecht! Stichwort "Höhenvorteil"!
Irgendwann war der Spuk wieder vorbei und ich hatte für 2000 Jahre relative Ruhe. Die Römer haben übrigens gewonnen. Wer möchte kann mit einer Landkarte meine Lage ermitteln (falls dies heute noch möglich ist) und mich besuchen. Vielleicht findet er dann einige römische Münzen oder eine Pilumspitze.
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by tribunus
Samstag, 29. März 2014
TACITUS: AGRICOLA 24: 5. KRIEGSJAHR
Quinto expeditionum anno (Im 5. Jahr der Expeditionen; Kriegszüge; Feldzüge) nave prima transgressus (a: mit dem ersten Schiff hinübergehend; erg: über das Meer; als er über das Meer setzte; setzte er über das Meer und...; b: setzte er am Anfang über das Meer; prima, orum, n.=Anfang; c: vere primo=am beginnenden Frühling; zu Beginn des Frühlings; Becker; Textüberlieferung unklar!) ignotas ad id tempus gentis (bis zu dieser Zeit; bis heute (bisher) unbekannte Völker) crebris simul ac prosperis proeliis domuit (bezwang; unterwarf er in häufigen (zahlreichen) und zugleich (auch) erfolgreichen Kämpfen (Gefechten) eamque partem Britanniae (und diesen Teil Britanniens) quae Hiberniam aspicit (der Irland "anschaut", i. e. gegenüberliegt) copiis instruxit (versah; belegte besetzte (Dorminger) er mit Truppen), in spem magis quam ob formidinem (mehr aus Voraussicht (Dorminger) als wegen der Furcht), si quidem Hibernia (da ja Irland) medio inter Britanniam atque Hispaniam sita (in der Mitte zwischen Britannien und Spanien gelegen; geographisch falsch!) et Gallico mari opportuna (und für das gallische Meer günstig; geeignet gelegen) valentissimam imperii partem (den mächtigsten; stärksten Teil des Reichs) magnis in vicem usibus miscuerit (mit großem Nutzen auf beiden Seiten; mit beiderseitigem; gegenseitigem Nutzen "vermischt"; "vereinigen könnte"; d. h. Irland könnte...von größtem Nutzen sein! Konj. Perf. Pot.). Spatium eius (Dessen Größe; seine Weite), si Britanniae comparetur (wenn es mit Britannien verglichen wird) angustius (ist "enger"; geringer; dessen geringere Größe), nostri maris insulas superat (es übertrifft aber die Inseln unseres Meeres). Solum caelumque (Der Boden; die Beschaffenheit des Bodens und das Klima) et ingenia cultusque hominum (und die Wesensart; das Naturell und Lebensweise der Menschen) haud multum a Britannia differunt (unterscheiden sich nicht viel von Britannien; kaum): interiora parum (das Innere zu wenig; nicht genug; kaum), melius aditus portusque (besser aber die Zugänge; Zufahrten; Landeplätze; Anlegeplätze und Häfen) per commercia et negotiatores cogniti (sind durch Handel (Verkehr) und Händler (Kaufleute) bekannt). Agricola (A.) expulsum seditione domestica unum (einen durch einen "häuslichen" Aufstand (d. h. bei sich zuhause; in seinem Stamm) Vetriebenen ex regulis gentis (aus/ von den Kleinkönigen des Volkes) exceperat (hatte aufgenommen) ac specie amicitiae (und unter dem Schein; Vorwand der Freundschaft) in occasionem retinebat (hilet er ihn für eine günstige Gelegenheit; für einen günstigen Zeitpunkt zurück). Saepe ex eo audivi (Oft habe ich von ihm gehört) legione una et modicis auxiliis (mit einer einzigen Legion und "mäßigen"=geringen Hilfstruppen; mäßig Hilfstruppen) debellari et obtineri Hiberniam posse (könne Irland niedergekämpft; bezwungen und besetzt gehalten werden; eingenommen; behauptet werden); idque (und dies) etiam (auch; sogar) adversus Britanniam profuturum (werde gegen Britannien nützen; von/zum Vorteil sein), si Romana ubique arma (wenn überall römische Waffen sind) et velut e conspectu (und wie aus dem Blickfeld; gewissermaßen; gleichsam sozusagen vor/ aus den Augen aller) libertas tolleretur (die Freiheit (des Gegners) beseitigt; entfernt; aufgehoben würde).
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nave prima transgressus: unklare Überlieferung!-
"Die textliche Überlieferung ist unklar. Entweder meint Tacitus, daß Agricola als erster im zeitigen Frühjahr die Meerfahrt wagte, oder, daß er als erster Römer die Fahrt in den Firth of Clyde unternahm. Da er von bisher unbekannten Stämmen spricht, kann es sich nur um die im Norden bis zur schottischen Grenze ansässigen Stämme handeln."
TACITUS: AGRICOLA; DIALOG ÜBER DEN REDNER; Goldmann gelbe Taschenbücher, übertragen, eingeleitet und erläutert von Georg Dorminger München o. J., S. 37.
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Tribunus
Donnerstag, 27. März 2014
CORNELII TACITI DE VITA ET MORIBUS IULII AGRICOLAE LIBER, CAPUT 23: VIERTER SOMMER
Quarta aestas (Der vierte Sommer) obtinendis (Gerundiv; für die zu behauptenden (Gebiete); für die Behauptung und Sicherung dessen) quae percucurrerat (die er durcheilt hatte; Objektsatz zum Gerundiv) insumpta (ist verwendet worden; bezogen auf "aestas"); ac si virtus execituum (und wenn die Tapferkeit (der Heldenmut; Georg Dorminger) der Heere) et Romani nominis gloria (und der Ruhm des römischen Namens) pateretur (es zuließe), inventus in ipsa Britannia terminus (genau hier in Britannien ist eine Grenze gefunden worden; wenn die...eine Begrenzung zuließe, gerade hier in Britannien ist sie gefunden worden). Namque Clota et Bodotria (Denn der Firth of Clyde und der Firth of Forth; namque=verstärktes "nam") diversi maris aestibus (durch die Fluten (Brandung) des entgegengesetzten Meeres (zweier gegenüberliegender Meere) per immensum revectae (über eine ungeheure Strecke zurückgeführt; medial: zurückführend; "ins Land...hineinschneidend" (G. Dorminger) revectae: bezogen auf Clota und Bodotria; daher fem. Plural), angusto terrarum spatio dirimuntur (werden "durch einen engen Raum der Länder"; "durch einen nur ganz schmalen Landstreifen; G. Dorminger) getrennt): quod (dieser; bezogen auf "spatium") tum praesidiis firmabatur (wurde damals durch (miltärische) Posten (Befestigungen) abgesichert; befestigt;) atque omnis propior sinus tenebatur (und die ganze "nähere" (näher gelegene) Meeresbucht; Meeresküste wurde (besetzt) gehalten; eingenommen), summotis velut in aliam insulam hostibus (nachdem die Feinde wie auf eine andere Insel vertrieben worden waren; dadurch daß die...).
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praesidiis: wurde durch Ausgrabungen nachgewiesen!
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So war das damals im Krieg!
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Tribunus
Dienstag, 25. März 2014
CN. IULIUS AGRICOLA: CURRICULUM VITAE BREVE
AGRICOLA war der Schwiegervater des berühmten Historikers TACITUS. Dieser setzte ihm mit seiner Biographie "Agricola" ein Denkmal für die Ewigkeit. TACITUS beschreibt AGRICOLA als einen aufrechten und tapferen Ehrenmann von altrömischer Wesensart sowie als einen hervorragenden Statthalter.
Leben: 40-93 n. Chr.
Herkunft: ritterlich-senatorische Familie; aus der Provincia Narbonensis stammend
6o n: als Offizier in Britannien
70-73 n: als legatus legionis in Britannien
74-76 n: Statthalter von Aquitanien
77 n: Konsul
77/8-84/5 n: Statthalter von Britannien: Es gelang ihm, die Grenzen des Imperiums bis in die schottischen Highlands vorzuschieben. Eine Flotte kam sogar bis zur Nordspitze Schottlands.
AGRICOLA verfügte über 4 Legionen plus Auxilia.
Bevor er Britannien ganz erobern konnte, wurde er von DOMITIAN zurückgerufen.
Quelle: Gondrom: Lexikon der Antike
"Die Taten berühmter Männer und ihr Charakterbild der Nachwelt zu überliefern ist seit jeher Brauch. Diesen Brauch hat nicht einmal unsere an ihren Zeitgenossen so uninteressierte Ära aufgegeben..."
Incipit des "Agricola".
Übers.: Georg Dorminger, Goldmann-Verlag.
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Tribunus
Leben: 40-93 n. Chr.
Herkunft: ritterlich-senatorische Familie; aus der Provincia Narbonensis stammend
6o n: als Offizier in Britannien
70-73 n: als legatus legionis in Britannien
74-76 n: Statthalter von Aquitanien
77 n: Konsul
77/8-84/5 n: Statthalter von Britannien: Es gelang ihm, die Grenzen des Imperiums bis in die schottischen Highlands vorzuschieben. Eine Flotte kam sogar bis zur Nordspitze Schottlands.
AGRICOLA verfügte über 4 Legionen plus Auxilia.
Bevor er Britannien ganz erobern konnte, wurde er von DOMITIAN zurückgerufen.
Quelle: Gondrom: Lexikon der Antike
"Die Taten berühmter Männer und ihr Charakterbild der Nachwelt zu überliefern ist seit jeher Brauch. Diesen Brauch hat nicht einmal unsere an ihren Zeitgenossen so uninteressierte Ära aufgegeben..."
Incipit des "Agricola".
Übers.: Georg Dorminger, Goldmann-Verlag.
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Tribunus
Samstag, 8. März 2014
DAS GERMANISCHE HEER: FACTA QUAEDAM
1) Die Germanen waren eine Kriegergesellschaft. Daher bekam man beim Erreichen der Volljährigkeit feierlich Schild und Lanze verliehen. Verbunden damit, war das Recht, diese Waffen zu tragen und am politischen Leben des Stammes teilzunehmen. Wenn es ernst wurde, mußte man daher mit. Drückebergerei gab es nicht. Wenn doch, wurde man im Moor versenkt.
(Dagegen ist die heutige Jugend als "Generation Weichei" einzustufen, die vom Konsum verdorben ist. Statt eines Schwertes gibt es heute technischen Plunder und Führerschein.)
2) Gekämpft wurde meistens zu Fuß. Gründe: Der Germane war als Infanterist effektiver.-Pferdezucht war mit großen Kosten und Aufwand verbunden. Dennoch gab es Reitereinheiten.
3) Germanische Kavallerie: Diese war besonders bei folgenden Stämmen weit entwickelt: Bataver, Usipeter, Tenkterer, Friesen.
4) Die Chatten: Dieser Stamm verfügte über gute Fußtruppen von hoher Moral und Disziplin.
5) Das Stammesaufgebot:=alle waffenfähigen Männer, also alle die eine Lanze "stemmen" konnten. Dieses Aufgebot war vermutlich nach Gauen und Sippen unterteilt. Wurde nur in Ausnahmesituationen einberufen (wie z.B. im Aufstand der Cherusker unter Arminius).
6) Elite: Aus jedem Gau wurden die 100 besten Kämpfer genommen=centeni (Hundertschaften). Diese waren verschworene und eingeschworene Männerbünde und Kampfgemeinschaften.
7) Gemischte Einheiten: Es wurden gemischte Infanterie-und Kavallerieeinheiten gebildet. Je ein Fußkämpfer und ein Reiter bildeten ein "team".
8) Größe des Aufgebots: nach antiken Quellen ca. 5000-6000 Mann. Die Sueben stellten pro Gau 100 Reiter und 2000 Mann zu Fuß (s. Caesar, Bell. Gall. 4, 1). Auf einen Reiter kamen also ungefähr 20 Fußkrieger.
9) Die Gefolgschaft:=comitatus; diese bildete nur einen kleinen Teil des Aufgebots. Die Mitglieder waren durch Treueeid verpflichtete Profikrieger (vgl. Tac., Germ. 13, 14). Anführer: ein Stammesfürst (princeps). Es war eine große Ehre, einer solchen Truppe anzugehören. Auch junge Männer aus anderen Stämmen wurden aufgenommen. Der Anführer versorgte seine Gefolgsleute, beteiligte sie an der Beute und beschenkte sie großzügig. Um das alles zu finanzieren, war es notwendig, ständig auf Raubzug zu gehen. (Die Geschäfte müssen laufen!) Außerdem war dies die einzige Möglichkeit, sich mit Ruhm zu bekleckern. Oft schlossen sich auch ganz normale Stammeskrieger an. Dabei sein ist alles!
10) Chattische Elitekrieger: Dies waren Veteranen, die man am langen Haar und am Bart erkannte. (Früher hätte man gesagt: Hat sich dein Frisör den Arm gebrochen?)-Sie trugen außerdem die Kleidung junger Krieger und einen Eisenring (vermutlich einen Halsring; vgl. Tac., Germ 11). Diese fochten stets in der ersten Reihe. Es ist daher nicht verwunderlich, daß es bei so einem Berufsbild hinderlich war, einen eigenen Hausstand zu gründen. Daher wurden diese Recken vom Stamm durchgefüttert. Sie kämpften buchstäblich bis zum bitteren Ende (also bis zum Umfallen bzw. "bis zur Altersschwäche"-so wie mein alter Fechtlehrer selig!)
12) Rangunterschiede: Es gab Statusunterschiede sowie Unterschiede der Bewaffnung. Reiter und Gefolgsleute hatten die besseren Waffen.
13) Der Kampfverband: Er konnte auch aus mehreren Stämmen bestehen. Anführer: der "dux" (s. Tac., Germ. 7) oder ein Angehöriger der "nobilitas". Beim "dux" zählte vor allem sein gutes Vorbild und seine "virtus" (und nicht die Herkunft).
14) Großverbände: Eher selten. Dennoch soll es dem Markomannenchef Marbod gelungen sein, 74 000 Mann zusammenzutrommeln.
15) Frauen: Standen hinter der Front als "cheer-leader" und sorgten für Stimmung.. Weitere Funktionen: Versorgung von Verwundeten, Verpflegung.
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Quelle: A. Strassmeir/ A. Gagelmann: Das Heer des Arminius (Germanische Krieger zu Beginn des 1. nachchristlichen Jahrhunderts; Heere und Waffen 11; Berlin 2009, S. 42-46.
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THOR, THE HAMMER
(Dagegen ist die heutige Jugend als "Generation Weichei" einzustufen, die vom Konsum verdorben ist. Statt eines Schwertes gibt es heute technischen Plunder und Führerschein.)
2) Gekämpft wurde meistens zu Fuß. Gründe: Der Germane war als Infanterist effektiver.-Pferdezucht war mit großen Kosten und Aufwand verbunden. Dennoch gab es Reitereinheiten.
3) Germanische Kavallerie: Diese war besonders bei folgenden Stämmen weit entwickelt: Bataver, Usipeter, Tenkterer, Friesen.
4) Die Chatten: Dieser Stamm verfügte über gute Fußtruppen von hoher Moral und Disziplin.
5) Das Stammesaufgebot:=alle waffenfähigen Männer, also alle die eine Lanze "stemmen" konnten. Dieses Aufgebot war vermutlich nach Gauen und Sippen unterteilt. Wurde nur in Ausnahmesituationen einberufen (wie z.B. im Aufstand der Cherusker unter Arminius).
6) Elite: Aus jedem Gau wurden die 100 besten Kämpfer genommen=centeni (Hundertschaften). Diese waren verschworene und eingeschworene Männerbünde und Kampfgemeinschaften.
7) Gemischte Einheiten: Es wurden gemischte Infanterie-und Kavallerieeinheiten gebildet. Je ein Fußkämpfer und ein Reiter bildeten ein "team".
8) Größe des Aufgebots: nach antiken Quellen ca. 5000-6000 Mann. Die Sueben stellten pro Gau 100 Reiter und 2000 Mann zu Fuß (s. Caesar, Bell. Gall. 4, 1). Auf einen Reiter kamen also ungefähr 20 Fußkrieger.
9) Die Gefolgschaft:=comitatus; diese bildete nur einen kleinen Teil des Aufgebots. Die Mitglieder waren durch Treueeid verpflichtete Profikrieger (vgl. Tac., Germ. 13, 14). Anführer: ein Stammesfürst (princeps). Es war eine große Ehre, einer solchen Truppe anzugehören. Auch junge Männer aus anderen Stämmen wurden aufgenommen. Der Anführer versorgte seine Gefolgsleute, beteiligte sie an der Beute und beschenkte sie großzügig. Um das alles zu finanzieren, war es notwendig, ständig auf Raubzug zu gehen. (Die Geschäfte müssen laufen!) Außerdem war dies die einzige Möglichkeit, sich mit Ruhm zu bekleckern. Oft schlossen sich auch ganz normale Stammeskrieger an. Dabei sein ist alles!
10) Chattische Elitekrieger: Dies waren Veteranen, die man am langen Haar und am Bart erkannte. (Früher hätte man gesagt: Hat sich dein Frisör den Arm gebrochen?)-Sie trugen außerdem die Kleidung junger Krieger und einen Eisenring (vermutlich einen Halsring; vgl. Tac., Germ 11). Diese fochten stets in der ersten Reihe. Es ist daher nicht verwunderlich, daß es bei so einem Berufsbild hinderlich war, einen eigenen Hausstand zu gründen. Daher wurden diese Recken vom Stamm durchgefüttert. Sie kämpften buchstäblich bis zum bitteren Ende (also bis zum Umfallen bzw. "bis zur Altersschwäche"-so wie mein alter Fechtlehrer selig!)
12) Rangunterschiede: Es gab Statusunterschiede sowie Unterschiede der Bewaffnung. Reiter und Gefolgsleute hatten die besseren Waffen.
13) Der Kampfverband: Er konnte auch aus mehreren Stämmen bestehen. Anführer: der "dux" (s. Tac., Germ. 7) oder ein Angehöriger der "nobilitas". Beim "dux" zählte vor allem sein gutes Vorbild und seine "virtus" (und nicht die Herkunft).
14) Großverbände: Eher selten. Dennoch soll es dem Markomannenchef Marbod gelungen sein, 74 000 Mann zusammenzutrommeln.
15) Frauen: Standen hinter der Front als "cheer-leader" und sorgten für Stimmung.. Weitere Funktionen: Versorgung von Verwundeten, Verpflegung.
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Quelle: A. Strassmeir/ A. Gagelmann: Das Heer des Arminius (Germanische Krieger zu Beginn des 1. nachchristlichen Jahrhunderts; Heere und Waffen 11; Berlin 2009, S. 42-46.
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THOR, THE HAMMER
Sonntag, 23. Februar 2014
ALS DIE RÖMER FRECH GEWORDEN: DER BEGINN
FACTA QUAEDAM
1) 13 und 14 v. Chr: DRUSUS wird Statthalter in Gallien und darf sich mit den SUGAMBRERN herumschlagen.
2) 14 v: Beginn der Feldzüge ins rechtsrheinische Germanien. Gegner: USIPETER, TENCTERER, CHAUKEN, BRUKTERER, CHATTEN, CHERUSKER. Zweck: Sicherung Galliens.
3) 13 v: Spanische Truppen werden vermutlich an den Rhein verlegt.
4) 12 v: Die Flotte fährt über die FOSSA DRUSIANA in die Nordsee und in die Weser.
5) 11 v: Feldzüge bis an die Weser. Ausgangsbasis: XANTEN.
6) 10/ 9 v: Feldzüge durch die Wetterau bis zur Elbe. Ausgangsbasis: MAINZ. Auf dem Rückweg stürzt DRUSUS vom Pferd und verstirbt tragisch. In Mainz wurde zu seinen Ehren der sog. EICHELSTEIN (ein Kenotaph) errichtet.
7) Erste Miltäranlagen z.Z. der Feldzüge. Meistens Holz-Erde-Lager (im do-it-youself-Stil) sowie Marschlager (bessere Zeltplätze)
8) DORSTEN-HOLSTERHAUSEN: 9-10 Marschlager. Man fang viele Sandalennägel (2500) sowie Waffenfragmente (50)!
9) OBERADEN: 56 ha, nahe de Lippe, Maßnahme gegen die Sugambrer; 11-8/ 7 v.; Errichtung: Spätsommer 11 v. gemäß dendrochronologischer Untersuchungen; s. auch CASSIUS DIO: 54, 33, 4.
10) Lager in Hessen: RÖDGEN in der Nähe von Bad Nauheim; auf Anhöhe über dem kleinen Fluß Wetter; etwa 10 v. gebaut.
11) Keltische Höhensiedlung=oppidum (Kreis Gießen); 2.-1. Jh. v. (Spätlatènezeit). Wurde vermutlich 10/ 9 v. von den Römern zerstört. Funde elbgermanischer Waffen! Vermischung germ. und kelt, Elemente.
12) Siedlung NIEDERWEIMAR: ungefähr 70 v.-40 n. Ebenfalls Vermischung. Kontakte zu den Römern nachweisbar.
13) WALDGIRMES: wurde zum röm. Zentrum in dieser Region.
14) KASSEL-HEDEMÜNDEN (bei Kassel): Ringwall "Hüneburg"; röm. Funde (Münzen, Waffen); nach GROTE ein Standlager; außerdem: ein Marschlager.
15) Rampe, wohl kleiner Posten, 5 km davon entfernt; Sandalennägel, Riemenschnalle (von Schienenpanzer).
16) Kufunger Wald (1, 5 km Richtung Südwesten); Sandalennägel, Legionärsdolch
17) Weiterer Aßenposten: Ringwall "Kring"
18) 8/ 7 v: Abschluß der Offensive durch TIBERIUS.
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Quelle: Gnther Mossbauer: Die Varusschlacht
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Centurio
Sonntag, 9. Februar 2014
CHRONOLOGIA VINDOLANDAE SECUNDUM ERIC BIRLEY
1) Erste Festungsanlagen (Flavierzeit oder Zeit Trajans; vielleicht schon aus der Zeit des Agricola): Es gilt als gesichert, daß diese ab den 90er Jahren in Funktion waren.
2) WALLPERIODE I a: 125-163 n: keine Besiedlungsspuren in der Anfangsphase des Walls.
3) WALLPERIODE I b: 163-197 n: Um 163 wird eine neue Festung gebaut (Inschriften); Zerstörung (196/7 n.).
4) WALLPERIODE II: 200-297 n: Die 4. GALLIERKOHORTE baut die Festung wieder auf (Anf. 3. Jh.); erneute Zerstörung Ende 3. Jh.
5) WALLPERIODE III: 300-367 n: Erneuter Wiederaufbau (Anf. 4. Jh.); bis 367 n. dauerhaft besetzt.
6) 369- 400 n: Reparaturen; neue Gebäude ab 367 n.; der Posten wurde nach 400 n. aufgegeben. Ende.
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nach: ROBIN BIRLEY: VINDOLANDA.
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Praefectus
2) WALLPERIODE I a: 125-163 n: keine Besiedlungsspuren in der Anfangsphase des Walls.
3) WALLPERIODE I b: 163-197 n: Um 163 wird eine neue Festung gebaut (Inschriften); Zerstörung (196/7 n.).
4) WALLPERIODE II: 200-297 n: Die 4. GALLIERKOHORTE baut die Festung wieder auf (Anf. 3. Jh.); erneute Zerstörung Ende 3. Jh.
5) WALLPERIODE III: 300-367 n: Erneuter Wiederaufbau (Anf. 4. Jh.); bis 367 n. dauerhaft besetzt.
6) 369- 400 n: Reparaturen; neue Gebäude ab 367 n.; der Posten wurde nach 400 n. aufgegeben. Ende.
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nach: ROBIN BIRLEY: VINDOLANDA.
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Praefectus
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