Auf S. 9 von A. Strassmeir/ A. Gagelmann "Das Heer des Varus" findet man eine äußerst gelungene Illustration zweier römischer "PRINCIPALES" (Unteroffiziere). Beide tragen einen langen Stab mit einer Kugel am Ende. Die Funktion des Stabes ist nicht ganz geklärt. Vermutlich diente es dazu, um Soldaten, die zurückfielen oder keine rechte Lust mehr zum Kämpfen hatten, in die Reihe zurückzustoßen. Nicht gerade sanft, diese Methode, aber womöglich effektiv. Dafür spricht auch, daß beide Unteroffiziere hinter den Reihen agierten.
1) Der OPTIO: Er trägt einen Bronzehelm (Typ Weisenau/ Nijmegen), Kettenpanzer plus Schulterschienen (sog. Hybridpanzer), darunter ein Wams (SUBARMALIS), ein "GLADIUS" (Typ Mainz; Elfenbeingriff), "PUGIO" (Dolch), zwei gekreuzte Gürtel für die Waffen, "CALIGAE" (Militärsandalen) und ein "SAGUM" (Mantel) mit einer AUCISSAFIBEL.
Sein Gesichsausdruck: Diesen würde ich als abwartend, kritisch und ein wenig herausfordernd einstufen. So nach dem Motto: "Wasse du wolle?"- Der Soldat könnte sich mal wieder rasieren!
Statur: robust bis gestählt.
Der OPTIO war der Stellvertreter des CENTURIO. Er war ein "DUPLICARIUS" (jemand, der doppelten Sold bekam).
2) Der TESSERARIUS: Er trägt TUNICA, Halstuch (FOCALE), Mantel, Wehrgehänge, außerdem eine PAENULA mit roten Streifen, Leibbinde (FASCIA VENTRALIS) mit Geldbeutel, darüber: gekreuzte Gürtel, Dolch (mit kunstvoll gearbeiteter Scheide), Schwert mit Handschutz), bunte Socken in den Sandalen. Er hält ein Notizbuch (Holztäfelchen, mit Wachs beschichtet; Schreibstift aus Eisen). Alles in allem "très chic"!
Sein Gesichtsausdruck: Entschlossen, verwegen (was noch durch den angedeuteten Bart verstärkt wird), durchdringender Blick, etwas unfreundlich, jedoch nicht unsympathisch, macht einen "wichtigen" Eindruck (un importante).
Der TESSERARIUS war derjenige, der die Parole ausgab. Weitere Funktionen: Wach-und Innendienst (sehen, daß alles läuft). Er war ein "SESQUIPLICARIUS" (einer, der anderthalbfachen Sold bezog).
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Quelle: A. STRASSMEIR/ A. GAGELMANN: DAS HEER des VARUS. Römische Truppen in Germanien um 9. n. Chr. Teil 1: Legionen und Hilfstruppen, Bekleidung, Trachtzubehör, Schutzwaffen. Aus der Reihe: Heere und Waffen, Bd. 14. Berlin 2011.
Das Buch ist bestens recherchiert und mit Liebe zum Detail gemacht. Besonders eindrucksvoll sind die sehr schön gemachten, lebensnahen Illustrationen, durch die man sich die römischen Soldaten wahrhaft vorstellen kann. Sie werden durch die Zeichnungen gleichsam zum Leben erweckt. Das Buch ist ein absolutes Muß für jeden Römerfan, aber auch für Germanenfans (man muß schließlich die Gegenseite resp. den Feind genau kennen!).
Unbedingt lesen, besser "durchstudieren"!
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Centurio
Sonntag, 25. Mai 2014
Montag, 5. Mai 2014
FEINDE ROMS: DIE DAKER
Nemo est, qui nesciat DACOS ferocissimos saevissimosque fuisse. Saepe trans Danuvium in Imperium Romanum invadebant. Tres expeditiones eos puniendi causa Romanis male evenerunt! PHIL BARKER scribit: "Roman punitive expeditions sent by Domitian in 85 and 87 A.D. ended in disaster, and a third in 88 A.D., although claimed as a victory, ended in the Romans giving hostages and paying tribute."
Imperatore Traiano vero Romani duo bella maiora contra Dacos gesserunt (annis 101-102 et 105-106 p. Chr. n.). Quibus bellis Dacia omnis subacta et provincia facta est.
Plerique Dacorum peditatus erant. Non in conferta acie pugnabant. Quorum arma hastae (lanceae; anglice: javelins), scuta, gladii breves aut longi erant. Pauci cum arcu armati erant (Barker: recurved composite bow). Telum maxime terribile "falx" erat, ferrum longum atque curvum perticae affixum. Falce duabus manibus utebantur. PHIL BARKER scribit:
"However, the weapon that caught the Roman imagination most was the Falx...This seems to have been especially the weapon of the Dacian's Bastarnae allies...".
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text by
Centurio
Imperatore Traiano vero Romani duo bella maiora contra Dacos gesserunt (annis 101-102 et 105-106 p. Chr. n.). Quibus bellis Dacia omnis subacta et provincia facta est.
Plerique Dacorum peditatus erant. Non in conferta acie pugnabant. Quorum arma hastae (lanceae; anglice: javelins), scuta, gladii breves aut longi erant. Pauci cum arcu armati erant (Barker: recurved composite bow). Telum maxime terribile "falx" erat, ferrum longum atque curvum perticae affixum. Falce duabus manibus utebantur. PHIL BARKER scribit:
"However, the weapon that caught the Roman imagination most was the Falx...This seems to have been especially the weapon of the Dacian's Bastarnae allies...".
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text by
Centurio
Freitag, 2. Mai 2014
DES INDUTIOMARUS ENDE (CAESAR: BELL. GALL. V, 58)
DES INDUTIOMARUS ENDE (CAESAR: BELL. GALL. V, 58)
Cum (Als) maiore in dies contemptione (mit von Tag zu Tag größerer Verachtung; größer werdender V.) ad castra accederet (er zum Lager hinkam), nocte una (in einer Nacht) intromissis equitibus (nachdem er die Reiter hineingeschickt hatte; Subjekt ist Labienus) omnium finitimarum civitatum (aller benachbarter Stämme), quos arcessendos curaverat (die er hatte herbeiholen lassen; wörtl: er hatte dafür gesorgt, daß diese "Herbeizuholende" sind; relative Verschränkung; das Gerundiv bei "curare": prädikativ zur Bezeichnung des Zwecks) tanta diligentia (mit so großer Sorgfalt) omnes suos (alle (all die) Seinigen) custodiis (durch Wachen) intra castra (innerhalb des Lagers) continuit (hielt er), ut (so daß) nulla ratione (auf keine Weise) ea res (diese Angelegenheit) enuntiari (verraten verkündet; "breitgetreten" werde) aut ad Treveros (oder zu den Treverern) perferri posset (überbracht werden konnte).
Interim (Inzwischen) ex consuetudine cotidiana (gemäß seiner täglichen Gewohnheit) Indutiomarus (I.) ad castra accedit (kommt zum Lager hin) atque ibi (und dort) magnam partem diei consumit (verbringt er einen großen Teil des Tages; equites (die Reiter) tela coniciunt (schleudern Wurfgeschosse) et magna cum contumelia verborum (und mit großer "Schmähung der Worte"; Beleidigung; unter lauter Schimpfereien; Teubner-Kommentar; genitivus appositivus!) nostros ad pugnam evocant (fordern sie die Unsrigen zum Kampf auf). Nullo ab nostris dato responso (Nachdem keiner von den Unsrigen eine Antwort gegeben hatte), ubi visum est (sobald es gut schien) sub vesperum (gegen Abend) dispersi ac dissipati (zerstreut und auseinandergetrieben) discedunt (gehen sie weg; verschwinden sie).
Subito (Plötzlich) Labienus (L.) duabus portis (aus zwei Toren) omnem equitatum (die ganze Reiterei) emittit (schickt heraus); praecipit atque interdicit (er befiehlt und untersagt) perterritis hostibus (nachdem die Feinde völlig eingeschüchtert) atque in fugam coniectis (und in die Fluch geschlagen waren)-quod fore, sicut accidit, videbat- (was er sah; voraussah, daß es sein werde; kommen müsse, so wie es wirklich (tatsächlich) geschah)-unum omnes petant Indutiomarus (daß alle allein den Indutiomarus angreifen sollten; abhängig von "praecipit"), neu quis (und keiner; und nicht irgendwer; abhänging von "interdicit") quem alium (irgendeinen anderen) vulneret (verwundet), quam illum interfectum videbat (als bis er sah, daß jener getötet sei), quod (weil) mora reliquorum (durch die Verzögerung (bei der Vefolgung) der übrigen) spatium nactum illum effugere nolebat (er nicht wollte, daß jener, Zeit gewinnend; dadurch daß..., entfliehe; entfliehen könne); magna proponit iis, qui occiderint, praemia (eine goße Belohnung stellt er denjenigen in Aussicht, die ihn getötet haben); submittit cohortes (er sendet die Kohorten nach) equitibus subsidio (den Reitern zum Schutz).-
Comprobat hominis consilium fortuna (Das Schicksal heißt (billigt) den Plan des Mannes; "die menschliche Berechnung rechtfertigt der Erfolg"; Teubner-Kommentar) et, cum (und, weil) unum omnes peterent (alle den einen angriffen), in ipso fluminis vado (noch in der Furt des Flusses) deprehensus (ergriffen) Indutiomarus interficitur (wird Indutiomarus getötet; niedergemacht) caputque eius (und sein Kopf) refertur in castra (wird zum Lager zurückgebracht); redeuntes equites (die zurückkehrenden Reiter), quos possunt (die sie können) consectantur (verfolgen) atque occidunt (und machen sie nieder).-
Hac re cognita (Nachdem sie diese Sache erfahren hatten) omnes Eburonum et Nerviorum (alle Eburonen und Nervier) et, quae convenerant, copiae (und die Truppen, die zusammengekommen waren) discedunt (gehen weg; "machen sich vom Acker"), pauloque habuit post id factum Caesar (und Caesar hatte ein wenig nach diesem Geschehen) Galliam quietiorem (ein etwas ruhigeres Gallien).
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magnam partem diei consumit: hatte der sonst nichts zu tun?
videbat=suspicabatur=er ahnte; vermutete
qui occiderint: REGULA 19 (Teubner-Kommentar):
"Wenn die Beziehung auf die Zukunft schon im übergeordneten Satze (sic!) ausgedrückt ist, wird im untergeordneten der Konj. Fut. I durch den Konj. Präs. oder Impf., der Konj. Fut II durch den Konj. Perf. oder Plusqpf. ersetzt, je nachdem das regierende Verbum ein Haupt-oder Nebentempus ist."
So sei es!
Fut II: der ihn getötet haben wird=der ihn tötet.
Oder: der, wie er sagt, ihn getötet habe.
Andere Möglichkeit: Kausaler Nebensinn: weil er ihn getötet habe/ hat.
petere aliquem=auf jemanden eindringen
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Ganz schön tapfer: alle gegen einen!
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Lang lebe INDUTIOMARUS, DUX TREVERORUM!
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Teubners Schülerausgaben griech. u. lat. Klassiker: Caesar Gall. Krieg; Erklärungen, hrsg. v. Prof. F. Fügner, Leipzig, Berlin 1902.---
Montag, 28. April 2014
IDISTAVISO: 16 A. D.: NACH PHIL BARKER
Die Situation: "Germanicus with 8 Legiones and auxiliaries attacked a wooded hill occupied by Arminius and his Germans."
Die Hauptmacht der Germanen befand sich am Waldrand auf den Flanken. ARMINIUS stand mit der Reserve weiter oben auf dem Hügel hinter dem Zentrum.
Die Römer rückten in einer Linie vor, erst die Hilfstruppen (Auxilia), dann die Bogenschützen, zum Schluß die Legionen. Die Germanen stürmten auf die Römer los und wurden "kalt erwischt": auf den Flanken von der Kavallerie und von vorne von der Infanterie. Das war's dann. Die Germanen versuchten in die Wälder zu entkommen. Als andere römische Einheiten in die Wälder eindrangen, flohen auch die Germanen, die in Deckung lagen. ARMINIUS griff die Römer hügelabwärts an. Es gelang ihm aber nicht, die Auxilia zu durchbrechen, so daß er zurückgeworfen wurde. Er floh verwundet auf seinem Pferd.
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Heil, ARMINIUS, dux noster!
ANGRIVARII BOUNDARY: 15 A.D. NACH PHIL BARKER
ARMINIUS versuchte GERMANICUS aus dem Hinterhalt anzugreifen. Der Ort war eine enge, mit Wasser vollgelaufene Ebene zwischen den Wäldern und einem breiten Strom. Dort befand sich ein Wall, der die Ebene blockierte. Hinter dem Wall hatte ARMINIUS seine Infanterie aufgestellt. Die Kavallerie hielt er verborgen in den Wäldern zurück, um damit (unerwartet und plötzlich) die römische Nachhut anzugreifen.
Doch GERMANICUS roch Lunte, rückte mit der Infanterie gegen den Wall vor und drang in den Wald ein. Der erste Angriff jedoch scheiterte. Dann wurde erneut unter gleichzeitigen Pilensalven angegriffen. Diesmal gelang der Angriff. Dann rückte GERMANICUS in den Wald vor, wo sich die meisten Germanen befanden. Obwohl das Terrain für die Römer nicht gerade geeignet war, kämpften sie besser. ARMINIUS laborierte an einer alten Wunde und war daher nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Es gelang ihm deswegen nicht richtig, seine Leute zu motivieren, indem bzw. obwohl er in der ersten Reihe kämpfte. Dennoch hielten die Germanen bis zu Abenddämmerung durch. Die Verfolgung durch die römische Kavallerie war unentschlossen und somit schwach.
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Es lebe ARMINIUS, liberator Germaniae!
Doch GERMANICUS roch Lunte, rückte mit der Infanterie gegen den Wall vor und drang in den Wald ein. Der erste Angriff jedoch scheiterte. Dann wurde erneut unter gleichzeitigen Pilensalven angegriffen. Diesmal gelang der Angriff. Dann rückte GERMANICUS in den Wald vor, wo sich die meisten Germanen befanden. Obwohl das Terrain für die Römer nicht gerade geeignet war, kämpften sie besser. ARMINIUS laborierte an einer alten Wunde und war daher nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Es gelang ihm deswegen nicht richtig, seine Leute zu motivieren, indem bzw. obwohl er in der ersten Reihe kämpfte. Dennoch hielten die Germanen bis zu Abenddämmerung durch. Die Verfolgung durch die römische Kavallerie war unentschlossen und somit schwach.
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Es lebe ARMINIUS, liberator Germaniae!
Freitag, 11. April 2014
NOVEMBER 54 V. CHR. IN DER GEGEND VON TONGERN (GALLIA BELGICA)
Eine ganze LEGIO plus fünf weitere COHORTES liegen im Winterquartier im Stammesgebiet der EBURONES. Es war militärischer Usus nach den Sommerfeldzügen "IN HIBERNA" zu gehen. Dort wartete man auf besseres Wetter.
Die Lager waren standardisiert: Die Form des Lagers war annäherungsweise quadratisch. Das vordere Tor hieß PORTA PRAETORIA, das hintere PORTA DECUMANA. Die beiden Seitentore waren die PORTA PRINCIPALIS DEXTRA und die PORTA PRINCIPALIS SINISTRA. Das Lager wurde von zwei Hauptstraßen durchschnitten: von der VIA PRAETORIA vom vorderen zum hinteren Tor und die VIA PRINCIPALIS von einen Seitentor zum anderen. Rechts und links von der VIA PRAETORIA lagen die Baracken der COHORTES, ganz außen am Wall die der SOCII. Südlich der VIA PRINCIPALIS lagen die Unterkünfte der PRAEFECTI SOCIORUM und der TRIBUNI (1. Reihe), dann kamen die der EVOCATI, der LEGATI, das QUAESTORIUM und das PRAETORIUM (2. Reihe) und schließlich die der AUXILIA (3. Reihe). Befestigt waren sie "VALLO FOSSAQUE" sowie "TURRIBUS". Das nannte man "CASTRA MUNIRE" oder "COMMUNIRE". Der Graben war doppelt so breit wie tief. Caesars Lager an der Aisne hatte einen Graben, der 18 röm. Fuß breit war (das sind 5 m) und 9-10 Fuß tief. Der Wall war ungefähr 3, 5 m hoch und mind. ebenso breit. Auf ihm standen Türme und Geschütze sowie einer Brustwehr (LORICA), die aus geflochtenen Deckschirmen (PLUTEI) und Zinnen (PINNAE) bestand.
Länge des Walls: Quadratwurzel aus der Zahl der Kohorten mal 200!
Doch zurück zu unserem Lager bei Tongern (in der Provinz GALLIA BELGICA). Das römische Lager wurde von den EBURONEN mit Lebensmitteln versorgt. Die Stammesfürsten dieses germanischsprachigen Volkes waren AMBIORIX und CATUVOLCUS. Doch irgendwann hatten die EBURONEN keine rechte Lust mehr, die Römer mit "Carepaketen" zu versorgen. Bestärkt durch einen Aufstand an einem anderen Ort und durch INDUTIOMARUS, Anführer der TREVERER (Moseltal), überfielen sie einen Trupp Römer und töteten sie. Dann stürmten sie das Lager, wurden aber durch Wurfgeschosse zurückgeschlagen. Die beiden Stammesführer, die als gute Verbündete der Römer dastehen wollten (wer's glaubt, wird selig), versuchten diese zu beschwichtigen, indem sie behaupteten, daß der Angriff lediglich von einigen Leuten durchgeführt worden sei, die ihr Temperament nicht so ganz im Griff hätten (heute würden wir sagen: die ein Gewaltproblem hätten). Dann erklärten sie, daß es einen noch größeren Aufstand geben werde und daß eine ungeheure Menge von Germanen vom Osten her im Anmarsch sei, um in Gallien einzufallen. Es gebe aber (wundersame) Rettung (in Form ihrer selbst und der Eburonen). Wenn die Römer und Eburonen nämlich ihre Kräfte vereinigten, dann könnten sie einen gesicherten Abzug zu einem der beiden Lager garantieren, die sich 80 km südwestlich bzw. südöstlich befanden. Nun war guter Rat teuer. "Was tun", sprach Zeus?
Die Kommandeure der Römer waren die LEGATI QUINTUS TITURIUS SABINUS und LUCIUS ARUNCULEIUS COTTA. Sie hielten lange Kriegsrat, da sie sich nicht einig waren. COTTA wollte ausharren und sich verschanzen, wohingegen SABINUS kalte Füße bekam und abmarschieren wollte. Als er die Soldaten gegen COTTA aufbrachte, gab dieser schließlich nach, um nicht die Einigkeit unter den Offizieren zu gefährden. Dies sollte schicksalhafte Folgen haben.
Die Römer zogen also ab. Da sie naiverweise Ambiorix und co. glaubten, allerdings nicht in Gefechtsformation, sondern in einer langen Marschkolonne.Sie kamen durch dichte Wälder und in ein tiefes Tal. Da plötzlich erschienen die Eburonen oben auf zwei Seiten und ließen einen Geschoßhagel (Speere, Pfeile, Schleudergeschosse) auf die Römer niedergehen. Sabinus verlor die Nerven. Cotta, der Realist, dem die Sache von Anfang an nicht geheuer war, reagierte besser und formierte seine Leute zu einem Quadrat. Doch die Eburonen waren clever genug, nicht direkt anzugreifen. Immer wenn die Römer einen Ausfall machen wollten, gab es Geschoßhagel. Das ging so ganze acht Stunden (war bestimmt nicht lustig). Sabinus wollte verhandeln und versuchte mit Ambiorix zu reden. Cotta, von einenm Schleudergeschoß im Gesicht getroffen, lehnte dies rigoros ab. Dies sei unrömisch. Wahrscheinlich war Cotta lediglich ein Sturkopf. Die Eburonen hatten anscheinend wenig Sinn für Rhetorik und ließen Sabinus nicht ausreden. Mitten in seinem Redeschwall wurde er niedergemacht. Das war für die Eburonen das Signal, zum Nahkampf überzugehen. Cotta und viele seiner Leute fielen unten im Tal, tapfer kämpfend. Einige Einheiten konnten sich jedoch geordnet zum Lager zurückziehen.
Die Mehrzahl der 7000 Legionäre war gefallen.
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Quelle: PETER HEATHER: DER UNTERGANG DES RÖMISCHEN WELTREICHS
TEUBNERS SCHÜLERAUSGABEN: CAESARS GALLISCHER KRIEG, Leipzig, Belin 1902.
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Lang lebe Ambiorix, unser Häuptling!
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Samstag, 5. April 2014
TACITUS: AGRICOLA 28: DER SOG. USIPEREXKURS (ODER AUCH: DIE USIPER MACHEN EINEN "LUSTIGEN AUSFLUG"
Eadem aestate (Im selben Sommer) cohors Usiporum (eine Kohorte der Usiper) per Germanias conscripta ((ringsum) in Germanien ausgehoben) et in Britanniam transmissa (und nach Britannien hinübergeschickt) magnum ac memorabile facinus ausa est (wagte (leistete sich) eine große und erwähnenswerte (denkwürdige) Schandtat). Occiso centurione ac militibus (Nachdem ein Hauptmann und Soldaten getötet worden waren; nachdem sie...hatten), qui ad tradendam disciplinam (die zum Lehren der Disziplin; um ihnen Disziplin beizubringen) immixti manipulis (unter die Manipel (=jew. 2 centuriae) "gemischt"; eingeschleust) exemplum et rectores habebantur (für ein/ als Beispiel und Lenker galten), tris liburnicas adactis per vim gubernatoribus ascendere (nachdem Steuerleute dazu getrieben worden waren; nachdem sie...gedrängt hatten, drei Liburnen (leichte Schnellsegler) zu besteigen); et uno renavigante (und weil einer zurücksegelte), suspectis duobus (nachdem die zwei anderen verdächtigt worden waren; wurden die zwei anderen beargwöhnt) eoque interfectis (und deswegen getötet worden waren); und wurden getötet), nondum vulgato rumore (und weil sich das Gerücht noch nicht verbreitet hatte; weil es noch nicht verbreitet worden war) ut miraculum praevehebantur (fuhren sie wie ein Wunder (eine Erscheinung) voraus; vorbei). Mox ad aquandum (Bald zum Wasserholen) atque utilia raptum egressi (und zum Raub des Notwendigen "herausgegangen" (aus den Schiffen; sie landeten also) et cum plerisque Britannorum (und mit sehr vielen Briten) sua defensantium (das Ihre=ihre Habe verteidigend; die...verteidigten; "der das Ihre verteidigenden Britanniern; part coni. gen. pl.+Obj.) congressi (zusammenstoßend; als sie...zusammenstießen) ac saepe victores (und oft als Sieger) aliquando pulsi (manchmal; bisweilen geschlagen), eo ad extremum inopiae venere (kamen sie "zum Äußersten der Not"; des Mangels; gerieten sie in große Not), ut infirmissimos suorum (so daß sie die Schwächsten der Ihren), mox sorte ductos (bald die durch Los gezogenen) vescerentur (verzehrten). Atque ita circumvecti Britanniam (Und so Britannien umfahrend), amissis per inscitiam regendi navibus (nachdem (weil) die Schiffe durch Unkenntnis des Steuerns (in der Navigation) verlorengegangen waren), pro praedonibus habiti (für Seeräuber gehalten; weil sie...), primum a Suebis, mox a Frisiis intercepti sunt (sind sie zuerst von Sueben, bald (darauf) von Frisen gefangen (abgefangen) worden). Ac fuere quos (Und es sind welche gewesen, die; es gab welche, die) per commercia venumdatos (durch Handel verkauft) et in nostram usque ripam (und bis zu unserem Ufer (Küste) mutatione ementium (durch den Wechsel der Kaufenden=Käufer) adductos (herangeführt; kommend) indicium tanti casus inlustravit (die Anzeige (der Bericht) eines so großen Falles (Schicksals) berühmt gemacht hat).
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Die Usiper hielten anscheinend nicht viel von Disziplin. Antreiber mochte sie auch nicht. Doch wenn man schon Schiffe klaut, sollte man wenigstens vorher einen Kurs über Navigation in der Volkshochschule belegen.
vescerentur: von "vesci" (Deponens); es gibt in der Seefahrtsgeschichte einige traurige Beispiele davon!
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Die "Liburnen" stammen-wie sollte es anders sein-von den Liburnern (Volk an der Küste Kroatiens/ Dalmatiens).
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Die Usiper, mit den Tenkterern verwandt, siedelten zwischen Lippe und Nordsee.
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Natürlich umfuhren sie (obwohl "frisch gestärkt") Britannien nicht; dazu waren sie viel zu unfähig. sie schipperten lediglich ein wenig an der Ostküste rum.
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Tribunus
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