DIE EREIGNISSE IN GERMANIEN (4): TACITUS: AB EXCESSU DIVI AUGUSTI I, 63, 16-25:
Während die bleichen Überreste dreier Legionen im Teutoburger Wald vor sich hin moderten, rief ARMINIUS, der Befreier von römischer Fremdherrschaft, erneut zum Waffengang gegen den Feind auf.
Unverdrossen eilte er von Volksversammlung zu Volksversammlung und warb für die germanische Sache. Des ARMINIUS Worte hatten großes Gewicht bei den CHERUSKERN, aber auch bei den anderen Stämmen. Als Sieger über die verhaßten Römer war er im Besitz des "Heils". Wohl das stärkste Argument war die unermeßliche Beute aus der VARUSSCHLACHT. Jetzt versprach der CHERUSKER noch viel größere Beute! Und das war es, was einen richtigen Germanen letztendlich interessierte.
In der Zwischenzeit plünderte der CAESAR GERMANICUS weiterhin im Land der BRUCTERER, von wo aus er zum Ostpaß des SALTUS TEUTOBURGIENSIS marschierte, um die Gebeine der Gefallenen zu bestatten. Da erhielt er Nachricht, daß sich die Germanen, von Osten kommend, auf einer Waldlichtung sammeln würden. Doch hören wir, was TACITUS verkündet:
"Sed Germanicus (Doch Germanicus) cedentem in avia secutus (dem in die Einöde/ unwegsames Gelände Weichenden folgend; der...), ubi primum copia fuit (sobald es eine Möglichkeit gab), evehi equites (daß die Reiter vorsprengen; hinausgeführt werden; hinausreiten) campumque (und daß das Feld), quem hostis insederat (das der Feind (=das sind wir; AdV) besetzt gehalten hatte; auf dem der Feind gesessen war) eripi iubet (entrissen werde befiehlt er; er befiehlt, den Platz zu nehmen). Arminius (A.) colligi (sich zu sammeln) suos (die Seinen) et propinquare silvis (und sich den Wäldern zu nähern) monitos (gemahnt) vertit repente (er wendet sie plötzlich; er schwenkt seine Leute, die er gemahnt hatte, sich zu sammeln und sich den Wäldern zu nähern; "heranzurücken"; Goldmann); mox signum prorumpendi dedit (dann gab er das Zeichen "des Hervorbrechens"; hervorzubrechen) iis, quos (denjenigen, die) per saltus occultaverat (ringsum in/ auf den Waldgebirgen versteckt hatte). tunc nova acie turbatus (dann durch das neue Heer in Unordnung gebracht) eques (die Reiterei), missaeque subsidiariae cohortes (und die geschickten Resevekohorten) et fugientium agmine impulsae (und durch den Zug der Fliehenden angestoßen; die Reserve, die sowohl geschickt wurde als auch durch die Schar der Flüchtenden zum Weichen gebracht wurde) auxerant consternationem (hatten (noch) die Panik vergrößert; die Bestürzung; das Entsetzen; das Durcheinander, AdV), trudebanturque (und sie wären getrieben worden; gedrängt worden) in paludem gnaram vincentibus (in einen Sumpf bekannt den Siegenden; Siegern), iniquam nesciis (ungünstig; nachteilig für die Nichtwissenden=Unkundigen), ni Caesar (wenn nicht der Caesar) productas legiones instruxisset (die nach vorne geführten Legionen (in Schlachtordnung) aufgestellt hätte). Inde hostibus terror (daher; davon; von da an; dann Schrecken den Feinden), fiducia militi (Zuversicht für den Soldaten; für unsere Soldaten); et manibus aequis abscessum (und "mit gleichen Händen"=unentschieden ging man weg).
VON TIPPELSKIRCH beschreibt die Szene, wie folgt:
"Stellen wir uns vor, wie die Reiter des Germanicus in langer Kolonne durch ein von waldigen Höhen flankiertes Wiesental ritten. Jetzt bogen die ersten um eine Ecke des Tales-da sahen sie vor sich ein weites, mit einzelnen Baum-und Buschgruppen bestandenes Feld.
Überall auf dem Feld qualmten Lagerfeuer.
Der Führer des römischen Vortrabes, der LEGAT PEDO, gewann den Eindruck, die Germanen wären vom Auftauchen der Römer überrascht worden, denn sie verließen fluchtartig ihre Lagerplätze und fluteten zu jenseitigen Waldrand hinüber. PEDO beschloß, unverzüglich anzugreifen.
Wie seine Alen und Kohorten aus dem Wiesental herauskamen, so schickte er sie hinaus, mit dem Befehl, quer durch die Fliehenden reitend den jenseitigen Waldrand zu besetzen. Gelang das, bevor die Germanen im Walde verschwunden waren, so hatte man die Abgeschnittenen zwischen den Reitern und den nachfolgenden Legionen in der Falle.
Schon hatten die Alen den Waldrand erreicht, da brüllten im Walde germanische Heerhörner auf. Von vorn, aber auch von der Seite brachen sie in hellen Scharen hervor. Die Alen wurden von der Mündung des Wiesentals abgedrängt und immer weiter hinaus auf die Lichtung getrieben. Jetzt waren sie selber in Gefahr, abgeschnitten zu werden. Für den Germanicus muß das ein erschreckender Anblick gewesen sein, als er seinen Legionen vorausreitend, die Lichtung erreichte. Er befahl einem seiner Tribunen, die Legionen so schnell wie möglich heranzuholen. (...)Denn weit drüben kam jetzt der Rückzug der Reiter und der Auxiliarier zu einem unerwarteten Halt. (...) Die Germanen hatten die Reiter und Auxiliarier gegen einen Sumpf gedrängt! (...)
Das grelle Signal 'Laufschritt' muß dem Germanicus wie Sphärenmusik in den Ohren geklungen haben! Diesmal war es keine Täuschung wie damals beim Ausbruch in Aliso. Die erste Legion kam aus dem Wiesental hervor. (...) Jedenfalls bekam das Gefecht nun ein anderes Gesicht. Die Legionen marschierten auf mit der Präzision gnadenlos gedrillter Regularier. (...) Da sah der Cherusker ein, daß sein Plan gescheitert war. Mit seinem Gefolge ritt er in Richtung zum jenseitigen Waldrand davon. Aber es war keine Flucht. (...) Selbst TACITUS, ein glühender Verehrer des Germanicus, schreibt:
'Das Gefecht wurde ohne Entscheidung abgebrochen.'
So erfuhr Germanicus gleich bei seinem ersten ernsthaften Gefecht mit den Cheruskern, daß Arminius nicht nur durch die Unfähigkeit seiner Gegner zu bestehen vermochte."
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Anmerkungen:
1.) Man legt sich nicht mit ganzen Legionen an. Arminius tat gut daran, nach Hause zu gehen.
2.) Das mit dem Aufstellen der Legionen ist zwar eindrucksvoll, dauert aber viel zu lange. So konnte Arminius nicht am geordneten Rückzug gehindert werden. Germanicus stellte seine Legionen auf, und Arminius sagte "ciao, ich geh' jetzt mal besser"!
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SIR R
Donnerstag, 31. Januar 2013
Dienstag, 22. Januar 2013
DIE VERPFLEGUNG DES LEGIONÄRS
Mit leerem Bauch kann man nicht Krieg führen.- MARCUS JUNKELMANN ("DIE LEGIONEN DES AUGUSTUS"), der über die Römer nahezu alles weiß, bezeichnet die Verpflegung des Legionärs als ausgezeichnet. So wurden in fast allen Lagern Unmengen von Tierknochen ausgegraben. Es gab sogar Austern! Dies ging allerdings nicht immer gut, wie wir aus einem Brief des TERENTIANUS wissen, dem die Austern schwer im Magen lagen! Beliebt waren vor allem stark gewürzte Speisen. Gekocht wurde in den jew. CONTUBERNIA (Zelt-und Stubengemeinschaften). Jedes CONTUBERNIUM hatte eine Kornmühle, die ein Tragtier transportieren mußte. Aus geschrotetem Getreide wurde ein "köstlicher" Brei namens PULS gekocht. Das übliche Getränk im Dienst war die POSCA (Wasser+saurer Wein=ACETUIM). Es gab sogar regelrechte Bierlieferungen an die Armee.
Die Versorgung mit CIBARIA (Lebensmittel) war Aufgabe der PROCURATORES. Eine LEGIO vertilgte 2100 Tonnen Getreide im Jahr!
Von APICIUS (einem antiken Fresssack; schreibt man dies übrigens mit 2 oder 3 "s"?) gibt es sogar ein tolles Weinrezept für Würzwein (CONDITUM PARADOXUM). GARUM war eine beliebte Würzsauce (vgl. Maggi). Saatweizen hieß übrigens TRITICUM VULGARE und Speck LARIDUM.
Das bekannteste Kochbuch stammt von A. CAELIUS: DE RE COQUINARIA.
Das Weinrezept: 2 l trockener Weißwein mit Harz-500 g Honig-30 g gestoßener schwarzer Pfeffer-10 Lorbeerblätter- 10 g Safran-5 in Wein eingeweichte Datteln-1/2 l Wein und den Honig in Topf vermischen-aufkochen-abschäumen-Pfeffer, Lorbeer, Safran und Datteln (entkernt) hinein-kühl stellen!
Trinken-Sweet dreams!
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R (legatus)
EIGENE TEXTE 2: DE GERMANIA INFERIORE ET SUPERIORE (Über Nieder-und Obergermanien)
Permulta aedificia pulchra (Sehr viele schöne Gebäude) a Romanis in provincia exstructa sunt (sind von den Römern in der Provinz errichtet worden). Extra muros civitatum (Außerhalb der Mauern der Städte) magnae villae rusticae erant (gab es große Bauernhöfe). Viae bonae (Gute Straßen) ad omnes regiones ferebant (führten in alle Richtungen). Ad vias (An den Straßen) saxa leugas indicantia erant (waren (gab es) Steine, die die Meilen anzeigten; "anzeigend"). In fluviis (Auf den Flüssen) bona in omnes partes ferebantur (wurden Güter in alle Gegenden (Richtungen) gebracht) velut dolia vini plena (wie z.B. Fässer, die voll von Wein waren).
Secundo saeculo p.Chr.n. (Im zweiten Jahrhundert nach Christi Geburt) praecipue civitates ad Rhenum sitae florebant (blühten besonders die Städte, die am Rhein gelegen waren; die am Rhein gelegenen Städte). Inprimis vitra in Colonia facta (Besonders (Vor allem) Gläser, die in Köln hergestellt wurden: in Köln hergestellte Gläser) praeclara erant (waren sehr berühmt). Utraque provincia (Jede Provinz) quattuor legiones habebat (hatte vier Legionen). Primo saeculo (Im ersten Jahrhundert) legio I Bonnae atque legio XX Novaesii erant (war die erste Legion in Bonn und die 20. Legion in Nuß). Anno L p.chr. n. (Im Jahr 50 nach Christi Geburt) Agrippina auctore (auf Veranlassung von Agrippina) oppidum Ubiorum Colonia facta est (ist die Stadt der Ubier zur Kolonie gemacht worden). Quo ex tempore (Seit dieser Zeit) 'Colonia Claudia Ara Agrippinensium' (CCAA) appellabatur (wurde sie 'Claudische Kolonie Altar der Agrippinensier' (CCAA) genannt). Aquaeductus maximus (Ein sehr großer Aquädukt) ab eis montibus (von diesen Bergen), qui Germanice "Eifel" nominantur (die auf deutsch Eifel genannt werden), aquam in Coloniam apportabat (brachte Wasser nach Köln). Haud procul a Bonna (Nicht weit von Bonn) in (ex) montibus (in (aus) den Bergen), qui lingua Germanica (die in deutscher Sprache) "Drachenfels" dicuntur ("Drachenfels" genannt werden) (Latine "Saxum Draconis" significans (was auf Latein "Fels des Drachens" bedeutet; "Fels des Drachens bedeutend"), Romani saxa arcessiverunt (holten die Römer Steine (herbei). Complures pontes trans Rhenum erant (Es gab mehrere Brücken über den Rhein), unus ab Colonia (eine von Köln) ad eum locum ducens (zu diesem Ort führend; eine, die...führte), qui tum "Divitiae" (der damals "Divitiae" (war)) atque hodie "Köln-Deutz" est (und heute Köln-Deutz ist).
Constantinus Imperator (Der Kaiser Konstantin) illum pontem faciendum curavit (ließ jene Brücke erbauen; "sorgte für jene zu erbauende Brücke") anno CCCX p. Chr. n. se praesente (im Jahre 310 nach Christus in seiner Anwesenheit).
Finis ad Germaniam superiorem (Die Grenze zu Obergermanien) rivus erat (war ein Bach), cui nostra aetate (dem in unserer Zeit) nomen "Vinxtbach" est (der Name "Vinxtbach" ist), id est: rivus ad fines (d.h. Bach an den Grenzen)!
Caput Germaniae superioris (Die Hauptstadt Obergermaniens)) Mogontiacum erat (war Mainz), ubi ab anno XCII legio XXII Primigenia pia fidelis (PPF) (wo im Jahre 92 die 22. Legion, die "glückliche, fromme, treue" (PPF)) stipendia merebatur (Dienst tat). Ut transgressus Rheni muniretur (Um den Übergang über den Rhein zu befestigen), Romani (die Römer) in altera ripa fluvii (auf dem anderen Ufer des Flusses) castellum Mattiacorum erigebant (errichteten das Kastell der Mattiaker)., hodie nomine "Kastel" notum (heute unter dem Namen "Kastel" bekannt; das heute...bekannt ist). Dehinc (Von dort) Domitianus Imperator (der Kaiser Domitian) cum quinque legionibus (mit fünf Legionen) quattuor vexillationibus (ex Britannia) (vier Abordnungen; 'Vexillationen' (aus Britannien)) auxiliisque (und Hilfstruppen) profectus est (marschierte ab) ad Chattos aggrediendos (um die Chatten anzugreifen; "zu den anzugreifenden Chatten";...die anzugreifen sind).---
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Die Chatten werden oft mit den Hessen gleichgesetzt. Dies stimmt nicht ganz (ungenau!).
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R (Germanus et Chattus)
DIE BURGUNDER
Das kleine Volk der Burgunder kam
ursprünglich wohl von der Insel Bornholm. Aus dem Dunkel der
Geschichte treten die Burgunder im 1. Jahrhundert nach Christus, wo
wir sie im Gebiet zwischen Oder und Weichsel finden. Nach zahl-und
namenlosen Kämpfen siedeln sie um die Mitte des 3. Jh. am Main. An
der Wende zum 5. Jh. tauchen sie in der Gegend von Worms auf, das im
alten, mittlerweile verteidigungsunfähig gewordenen Vangionengau
lag. 413 n. schlossen die Burgunder sogar einen Vertrag mit den
Römern, der ihnen Land zusicherte. Noch 369 n. war ihnen von
Valentinian in Altrip gegenüber von Mannheim das versprochene Land
perfide verweigert worden.
Die Burgunder träumten von einem
eigenen Reich. Ein gewisser Stegemann nennt es „ein luftiges, von
Hifthorn-, Becher-und Schwertklang erfülltes Gebilde zwischen
Odenwald und Donnersberg ausgespannt“.
435 n. ging es den Burgundern zu gut,
und sie griffen die Belger an. Das war ein fataler Fehler, denn der
römische Heermeister (Patricius) Aetius versetzte den Burgundern mit
hunnischen Horden im Schlepptau einen Schlag, „der sie zur Vernunft
bringen sollte“. Zwei Jahre später kamen die Hunnen wieder.
Resultat: 10-20 000 Burgunder fallen, darunter auch ihr König
Gundahar, der Gunther des Nibelungenliedes. Hinter all dem steckte
vermutlich die „welsche“ Hinterlist der Römer. Die Hunnen
hatten, so Sokrates Scholastikus, mit den Burgundern noch eine alte
Rechnung offen. Ein Kontingent der Burgunder habe sich taufen lassen.
Ihr erstes frommes Werk bestand darin, ein hunnisches Lager zu
überfallen, wo gerade eine Sauforgie abgehalten wurde.
Aetius wies nun den Burgundern neue
Wohnsitze in der Gegend von Genf zu. Die Burgunder scheinen nicht
sehr nachtragend gewesen zu sein, denn 451 n. kämpften sie (ganz
Krieger) im Heer des Aetius gegen die Hunnen auf den Katalaunischen
Feldern.
Quelle: R. Pörtner: Mit dem Fahrstuhl
in die Römerzeit.
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SIR R
CAESARS HEER: Grundwissen für den Hobbystrategen (cursus celer compactusque)
Ende des Gallischen Krieges hatte Caesar 11 Legionen (Nr. 1; 6-15). Das ist nicht wenig. Damit kann man was anfangen, z.B. Gallien erobern!
1.)Die legio (3600 Mann) bestand aus 10 cohortes (zu jeweils 360 Mann).
Eine cohors (360 Mann) hatte 3 manipuli (zu jeweils 120 Mann).
Ein manipulus (120) hatte 2 centuriae (ordines) (zu jew. 60 Mann).
Man merke sich also:
1 legio (3600)=10 cohortes (10 mal 360)=30 manipuli (30 mal 120)=60 centuriae (60 mal 60).
Summa: 3600. Alles klar? Die Stärke konnte schwanken.
Es war also nicht ganz einfach, korrekt Meldung zu machen, s. auch "Asterix, der Legionär".
Die legio bestand aus dem sog peditatus=Infanterie, römischen Bürgern aus den unteren Schichten.
Seit Marius waren es Berufssoldaten, die nach 20jähriger Dienstzeit (!) als veterani angesiedelt wurden.
Bei Caesar sind veterani altgediente, erfahrene Soldaten, denen Caesar vertrauen konnte.
2,)Daneben gab es noch die sog. auxilia=Hilfstruppen (Bundesgenossen, Söldner). Dazu gehörten
a) expediti=Leichtbewaffnete (sagitarii=Bogenschützen, funditores=Schleuderer)
b) equitatus=Reiterei: Man merke sich:
1 turma (30 Reiter)=3 decuriae (3 mal 10); Anführer: decurio.
3.) Cohors praetoria=Leibgarde
4.) Fabri=Techniker, Pioniere (Caesar bediente sich der Handwerker im Heer, hatte also keine eigene Pionierabteilung.)
Quelle: Caesar: Bell. Gall. Aschendorffs Sammlung Lateinischer und Griechischer Klassiker. Vollst. Ausg. von Alois Guthardt, Münster 1973, S.32 f.
Ich empfehle jedem discipulus die sofortige Anschaffung des Text- sowie des Kommentarbändchens!
(Kommentare sind unverzichtbares philologisches Rüstzeug, in die die Erfahrung von Generationen eingeflossen ist. Sie bieten oft wertvolle Hinweise und liefern die im jeweiligen Kontext treffende Bedeutung, auf die man oft nicht ohne weiteres kommen würde. Darauf verzichten zu wollen, ist töricht!
Tut euch also einen Gefallen und macht es wie ich: Sammelt Kommentare! Dann könnt ihr schön wichtigtun, im Unterricht.
Ich erinnere mich an meinen Lateinunterricht im Gymnasium Gernsheim (anno 1971-76). Wir hatten immer Kommentare. Lektüre ohne Kommentar ist ein Unding! Daß viele "moderne" Lehrer meinen, darauf verzichten zu können, möchte ich hier lieber nicht kommentieren. Ich bekomme jedenfalls fast regelmäßig Krisenstimmung, wenn ein Schüler bei mir mit "so einem Freßzettel" (anstatt mit einem ordentlichen Text-und Kommentarband, comme il faut) in der Hand einläuft. Soviel sei nur gesagt.)
(Beispiel eines Manipelführers: Crastinus, freiwilliger Veteran, 10. Legion, 1. Manipel. Er rief Caesar zu:
"Feldherr, heut sollst du mir entweder als Lebendem oder Totem deinen Dank abstatten!"
Leider bewahrheitete sich dies. Cratinus fiel durch einen Hieb ins Gesicht! Caesar setzte ihm ein Denkmal im "Bellum civile", seinem anderen Werk (Bell. Civ., lib 3, cap. 91 u. 99). Er war sicher ein guter Mann. Doch leider tot. Nulla salus bello=Kein Heil im Krieg.)---
SIR R (aka Leutn. F.)
CAESAR: BELL. GALL. II:
Apud Helvetios (Bei den Helvetiern) longe nobilissimus fuit (war der bei weitem vornehmste) et ditissimus Orgetorix (und reichste Orgetorix). Is (Dieser) M. Messala M. Pisone consulibus (unter dem Konsulat des Messala und Piso=61 v.) regni cupiditate inductus (verleitet durch die Gier nach Herrschaft; Machtgier; weil er...) coniurationem nobilitatis fecit (machte eine Verschwörung des Adels; stiftete...an) et civitati persuasit (und redete dem Stamm ein; überredete den Stamm), ut de finibus suis (daß sie aus ihren Grenzen=Gebiet) cum omnibus copiis exirent (mit all ihren Truppen hinausgingen; ...hinauszugehen): perfacile esse (es sei sehr einfach), cum virtute omnibus praestarent (weil sie an Tapferkeit allen voranstünden; alle überträfen/ übertreffen), totius Galliae imperio potiri (sich der Herrschaft über ganz Gallien zu bemächtigen). Id hoc facilius (Dieses umso leichter; abl. mensurae) iis persuasit (redete er ihnen ein; er überredete sie dazu umso leichter), quod undique (weil auf allen Seiten) loci natura (durch die Beschaffenheit des Ortes) Helvetii continentur (die Helvetier zusammengehalten werden; umschlossen werden; eingeengt werden): una ex parte (auf der einen Seite) flumine Rheno latissimo et altissimo (durch den sehr breiten und tiefen Fluß Rhein), qui agrum Helvetium (der das Helvetische Gebiet) a Germanis dividit (von den Germanen trennt), altera ex parte (auf der anderen Seite) monte Iura altissimo (durch das sehr hohe Juragebirge), qui est inter Sequanos et Helvetios (das zwischen den Sequanern und Helvetiern ist; sich befindet), tertia lacu Lemanno (auf der dritten durch den Genfer See) et flumine Rhodano (und den Fluß Rhône), qui provinciam nostram (der unsere Provinz) ab Helvetiis dividit (von den Helvetiern trennt). His rebus fiebat (Durch diese Dinge geschah es; aufgrund dieser Verhältnisse), ut et minus late vagarentur (daß sie sowohl weniger weit umherstreiften) et minus facile (als auch weniger leicht) finitimis bellum inferre possent (den Nachbarn den Krieg "hineintragen" konnten; mit ihnen Krieg führen konnten); qua ex parte (aus diesem Grund) homines bellandi cupidi (die des Kriegführens begierigen Menschen; kriegslüstern) magno dolore adficiebantur (wurden mit großem Schmerz erfüllt; "versehen"). Pro multitudine autem hominum (Im Verhältnis zur Menge der Menschen aber) et pro gloria belli (und angesichts ihres Kriegsruhms) atque fortitudinis (und ihrer Tapferkeit) angustos se fines habere arbitrabantur (glaubten sie, daß sie zu enge Grenzen hätten); qui (diese) in longitudinem (in die Länge) milia passuum CCXL (240 Tausender der Doppelschritte=240 röm. Meilen; mal 1,5, macht 360 km), in latitudinem (in die Breite) CLXXX patebant (erstreckten sie sich ("standen sie offen") 180 röm. Meilen=270 km).
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Ja, so war's bei den alten Helvetiern. Ob die schon damals so komisch gesprochen haben?
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Sir F. (master and commander)
CAESAR: BELLUM GALLICUM I,1: Gallia est omnis...(Topographie, Land und Leute)
Gallia est omnis (Gallien ist als Ganzes) divisa in partes tres (in drei Teile geteilt), quarum unam (deren einen) incolunt Belgae (die Belger bewohnen), aliam Aquitani (den anderen die Aquitanier), tertiam (den dritten), qui ipsorum lingua Celtae (die in der Sprache ihrer selbst Kelten; in ihrer eigenen Sprache), nostra Galli appellantur (in unserer Gallier genannt werden). Hi omnes (Diese alle) lingua, institutis, legibus (durch Sprache, Einrichtungen (Sitten; Brauchtum) und Gesetze) inter se differunt (untescheiden sich untereinander). Gallos ab Aquitanis (Die Gallier von den Aquitaniern) Garunna flumen (der Fluß Garonne), a Belgis Matrona et Sequana (von den Belgern die Marne und die Seine) dividit (teilt; trennt). Horum omnium fortissimi (Die Tapfersten dieser aller) sunt Belgae (sind die Belger), propterea quod (deswegen weil) a cultu atque humanitate provinciae (von der Lebensweise und feinen Lebensart der Provinz) longissime absunt (sie am weitesten weg sind) minimeque ad eos (und am wenigsten zu ihnen) mercatores saepe commeant (Kaufleute oft reisen) atque ea (und diese Dinge), quae ad effeminandos animos (die zur Verweichlichung führen; die feige machen), important (einführen) proximique sunt Germanis (und sie die nächsten zu den Germanen sind), qui trans Rhenum incolunt (die über dem Rhein wohnen; d.h. auf der anderen Seite), quibuscum (mit denen) continenter bellum gerunt (sie ununterbrochen Krieg führen). Qua de causa (Aus diesem Grund) Helvetii quoque reliquos Gallos (die Helvetier auch die übrigen Gallier) virtute praecedunt (übertreffen an Tapferkeit), quod fere cotidianis proeliis (weil sie in fast täglichen Gefechten) cum Germanis contendunt (mit den Germanen kämpfen), cum (indem) aut suis finibus (entweder von ihren Grenzen) eos prohibent (sie diese fernhalten) aut ipsi (oder selbst) in eorum finibus (in den Grenzen dieser; in ihren Grenzen; in deren Gebiet) bellum gerunt (Krieg führen).
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Sir F.
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